Die lösungsmittelfreie Laminiermaschine arbeitet nach einem grundlegend anderen Prinzip als lösungsmittelbasierte Systeme. Anstatt mit organischen Lösungsmitteln verdünnte Klebstoffe aufzutragen, die in langen Trockenöfen verdampft werden müssen, werden bei der lösungsmittelfreien Technologie 100 % feste Klebstoffe verwendet. Das Klebstoffsystem – typischerweise eine zweikomponentige Polyurethanformulierung – wird mit Präzisionszahnradpumpen dosiert und unmittelbar vor dem Auftragen gemischt. Der Klebstoff wird mit einem Dosierwalzensystem auf das erste Substrat aufgetragen, das das Beschichtungsgewicht auf ±0,5 g/m² genau regelt. Anschließend wird das zweite Substrat durch Laminierwalzen gegen die beschichtete Folie gedrückt und der Verbund unter kontrollierter Spannung aufgewickelt. Der Klebstoff härtet durch eine chemische Reaktion innerhalb von 24–72 Stunden aus und entwickelt seine volle Klebekraft. A lösungsmittelfreies Laminiergerät Der Trocknungsbereich entfällt vollständig, wodurch die Maschinenlänge im Vergleich zu lösungsmittelbasierten Laminiergeräten um 50–70 % reduziert wird.
Lösungsmittelfreie Laminiermaschinen verwenden zwei primäre Klebstoffsysteme. Zweikomponenten-Polyurethanklebstoffe bestehen aus einem Harz und einem Härter, die vor dem Auftragen in genauen Verhältnissen – typischerweise 80:20 bis 95:5 – gemischt werden. Das Mischsystem muss eine Verhältnisgenauigkeit von ±2 % einhalten, um eine ordnungsgemäße Aushärtung und Klebefestigkeit sicherzustellen. Diese Klebstoffe bieten eine hervorragende Hitzebeständigkeit, chemische Beständigkeit und Klebkraft für anspruchsvolle Verpackungsanwendungen. Einkomponentenklebstoffe sind feuchtigkeitshärtende Polyurethane, die nach dem Auftragen mit der Luftfeuchtigkeit reagieren, wodurch das Klebstoffsystem vereinfacht und der Mischaufwand reduziert wird. Der Klebstoffauftrag erfolgt über ein Dosierwalzensystem mit präzisionsgeschliffenen Walzen, die einen dünnen, gleichmäßigen Film auf den Untergrund übertragen. Das Beschichtungsgewicht wird durch den Abstand zwischen der Dosierwalze und der Auftragswalze gesteuert und beträgt typischerweise 1,0–4,0 g/m², abhängig vom Untergrund und den Anwendungsanforderungen.
Lösungsmittelfreie Laminiermaschinen bieten erhebliche Vorteile gegenüber herkömmlichen Laminiertechnologien. Durch den Wegfall von Trockenöfen verringert sich die Stellfläche der Maschine um 50–70 %, wodurch wertvolle Fabrikfläche eingespart wird. Der Energieverbrauch wird im Vergleich zu lösungsmittelbasierten Systemen um 60–80 % reduziert, was die Betriebskosten erheblich senkt. VOC-Emissionen werden praktisch eliminiert, was die Sicherheit am Arbeitsplatz und die Einhaltung der Umweltvorschriften verbessert. Der lösungsmittelfreie Prozess lässt sich außerdem schneller starten – es entfällt die Aufwärmzeit für Trockenöfen – und der Produktwechsel erfolgt schneller, was die Produktionsflexibilität erhöht. Die Haftfestigkeit ist mit der lösungsmittelbasierten Laminierung vergleichbar oder sogar besser, mit dem zusätzlichen Vorteil, dass keine Lösungsmittelrückstände vorhanden sind, die die Lebensmittelsicherheit oder die Verpackungsleistung beeinträchtigen könnten. Moderne lösungsmittelfreie Laminatoren erreichen Geschwindigkeiten von 300–600 m/min mit automatischer Spannungsregelung und Fehlererkennungssystemen, die eine gleichbleibende Qualität gewährleisten.
Lösungsmittelfreie Laminiermaschinen sind in verschiedenen Konfigurationen erhältlich, um unterschiedlichen Produktionsanforderungen gerecht zu werden. Am gebräuchlichsten sind Standard-Zwei-Substrat-Laminiergeräte, die zwei Folienbahnen gleichzeitig verarbeiten. Mehrschichtlaminatoren verfügen über zusätzliche Abwickel- und Beschichtungsstationen, um in einem einzigen Durchgang dreischichtige oder mehr Verbundstrukturen herzustellen. Dadurch wird Abfall reduziert und die Effizienz bei komplexen Verpackungsdesigns verbessert. Hochgeschwindigkeitsmaschinen mit erweiterten Automatisierungsfunktionen sind für große Produktionsanlagen konzipiert, während kompakte Laminatoren für kleinere Betriebe oder Spezialanwendungen erhältlich sind. Die Arbeitsbreite liegt typischerweise zwischen 800 mm und 2.200 mm, wobei breitere Maschinen einen höheren Durchsatz bieten. Kundenspezifische Konfigurationen können Funktionen wie Koronabehandlung, Kantenbeschnitt, automatische Spleißtische und integrierte Qualitätskontrollsysteme umfassen.
Die Wahl zwischen lösungsmittelfreier und lösungsmittelbasierter Laminierung erfordert die Bewertung mehrerer Faktoren. Die lösungsmittelfreie Technologie sorgt für niedrigere Betriebskosten durch reduzierten Energieverbrauch, keine Kosten für den Kauf oder die Entsorgung von Lösungsmitteln und schnellere Produktionsgeschwindigkeiten. Die Umweltvorteile sind überzeugend – keine VOC-Emissionen und ein kleinerer CO2-Fußabdruck. Lösungsmittelbasierte Systeme bieten eine breitere Klebstoffkompatibilität, insbesondere für Anwendungen, die eine hohe Temperaturbeständigkeit oder spezielle chemische Beständigkeit erfordern. Lösungsmittelbasierte Maschinen erfordern jedoch umfangreiche Trockenöfen, Lösungsmittelrückgewinnungssysteme und strenge Sicherheitsmaßnahmen, die die Kapital- und Betriebskosten erhöhen. Für die meisten flexiblen Verpackungsanwendungen ist die lösungsmittelfreie Laminierung die bevorzugte Wahl, während die lösungsmittelbasierte Technologie Nischenanwendungen vorbehalten ist, bei denen bestimmte Klebeeigenschaften erforderlich sind.
Die ordnungsgemäße Installation einer lösungsmittelfreien Laminiermaschine erfordert eine sorgfältige Planung. Die Maschine muss auf einem ebenen Fundament mit ausreichend Freiraum für den Zugang und die Wartung durch den Bediener installiert werden. Die Stromversorgung muss den Stromanforderungen der Maschine entsprechen und über eigene Stromkreise für den Hauptantrieb, die Heizungen und die Steuerungssysteme verfügen. Das Klebstoffmisch- und -versorgungssystem erfordert Platz für die Lagerung der Komponenten und Zugang für Wartungsarbeiten. Umgebungsbedingungen – Temperatur und Luftfeuchtigkeit – wirken sich auf die Klebeleistung aus und sollten im Rahmen der Herstellerspezifikationen kontrolliert werden. Die Inbetriebnahme umfasst die Kalibrierung des Dosiersystems, die Abstimmung der Spannungsregelung und die Überprüfung der Klebstoffmischungsverhältnisse. Um eine gleichbleibende Qualität zu erreichen, ist eine Schulung der Bediener unerlässlich. Die Schulung sollte die Handhabung von Klebstoffen, den Maschinenbetrieb und die Verfahren zur Qualitätskontrolle abdecken. Zur regelmäßigen Wartung gehören die Walzenreinigung, die Kalibrierung des Klebesystems und die Inspektion der Spannungskontrollkomponenten.
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